Am Montag 1. Juni begann der neue Nähkurs im Suubi Center. Wir haben 15 Teilnehmerinnen aus über 50 Bewerberinnen ausgewählt. Im Laufe des nächsten Jahres werden diese jungen Mütter das Nähen, unternehmerische Fähigkeiten, ökologischen Landbau, Kinderbetreuung und Erziehung erlernen, damit sie sich und ihren Kindern eine stabile Zukunft aufbauen können. Bis dahin haben die Mädchen in sehr schlecht bezahlten Jobs in Landwirtschaft arbeiten müssen, was kaum gereicht hat um sich und ihre Kinder zu ernähren. Und nun bekommen sie die Möglichkeit eine Ausbildung zu machen, die für sie nichts kostet sondern komplett durch Projektmittel und eine großzügige Unterstützung des SEZ Baden Württemberg finanziert wird (Details siehe unten). Darin liegt so viel Hoffnung.
Doch diese Woche hat uns auch wieder vor Augen geführt, wie groß der Bedarf tatsächlich ist. Die meisten Mädchen haben uns erzählt, sie hätten Familienangehörige, die sich um ihre Kinder kümmern könnten, während sie die Schule besuchen. Leider war das für die meisten nicht die Realität. Die meisten hatten keine Betreuung für ihre Babys. Sie hatten gelogen denn sie wollten diese ungeheure Chance auf keinen Fall verpassen. Wir konnten sie deswegen nicht einfach alle abweisen und so wurde Suubi plötzlich mehr als nur eine Nähschule.
Wir haben zusätzlich zu den 15 Mädchen jetzt auch auch 8 Babies und 7 Kleinkinder die versorgt werden müssen mit Betreuung, Fläschchen, Mittagsschlaf, Windelwechsel und Trost. Unsere Mitarbeiter und Schülerinnen versuchen, inmitten dieses schönen Chaos Ordnung zu schaffen, während fünfzehn junge Mütter beginnen, Fertigkeiten zu erlernen, die die Zukunft ihrer Familien verändern werden. Auf die Mütter waren wir vorbereitet – auf die Kinder nicht so ganz.
Aufgrund dieser neuen Situation wurden die Mädchen in zwei Gruppen aufgeteilt. Während eine Gruppe das Nähen lernt, hilft die andere bei der Kinderbetreuung. Auf diese ungeplante Weise lernen sie bereits etwas Wichtiges: Frauen helfen Frauen, sich zu entfalten und entwickeln. Und ich glaube, dass sie das schaffen können.
Unsere größte Herausforderung ist derzeit die Infrastruktur. Wir sind noch immer ein Zentrum im Aufbau. Das Schattenhaus wird nun für die Kinderbetreuung genutzt, hat aber keine Wände, die vor Wind oder Regen schützen. Am Tag vor der Ankunft der Kinder hat ein Mitarbeiter nur wenige Meter vom Teich entfernt eine große Schlange entdeckt und getötet. Wir müssen das Schattenhaus dringend sicherer machen, indem wir die Wände erhöhen, ein schlangensicheres Netz anbringen, Pfosten polstern, Matten und Matratzen kaufen und einen Windschutz aus Bambus errichten. Wenn das Wetter schlecht wird, hat Sylvia angeboten, ihr eigenes Wohnzimmer zur Verfügung zu stellen.
Wenn ich daran zurückdenke, wie Suubi begann, gibt mir diese Woche eine neue Perspektive. Unsere allererste Gruppe von zehn Familien kam auf einem leeren, fünf Hektar großen Grundstück an, auf dem kaum mehr als der Rohbau eines Gebäudes stand. Es gab keine Toiletten. Die Familien benutzten mit Sägemehl gefüllte Kompost-Eimer, und niemand mochte sie. Es dauerte ein ganzes Jahr, das Land zu roden und zu bauen, bevor die Frauen überhaupt mit dem Nähen beginnen konnten. Damals hatten wir nur ein Baby. Das machte einen großen Unterschied. Ältere Kinder konnten sich selbst beschäftigen, und die meisten begannen bald die Schule.
Wenn ich diese frühen Tage mit den Herausforderungen von heute vergleiche, empfinde ich Hoffnung. Wir haben schon früher schwierige Zeiten durchlebt. Gott ist treu gewesen. Und irgendwie hat Suubi Schritt für Schritt immer einen Weg nach vorne gefunden. Bitte betet um Weisheit, Geduld, Schutz für die Babys, Kraft für unsere Mitarbeiter und die Mittel, um das zu verbessern, was wir haben – nicht nur für diese 15 jungen Mütter, sondern auch für die vielen anderen, die noch auf eine Chance warten.
Wir brauchen Geld, um einen sicheren Raum für die Kinderbetreuung zu bauen. Ich denke, 2500 Euro werden ausreichen, um das Schattenhaus zu verbessern. Und der Zaun um den Teich herum muss erneuert werden damit es keine Unfälle gibt.
—– Dieses Projekt wird mit finanzieller Unterstützung des SEZ Baden Württemberg durchgeführt. Hoffnung für Uganda e.V. ist für den Inhalt dieses Blogs allein verantwortlich.
Mit finanzieller Unterstützung des Landtags und des Staatsministeriums Baden-Württemberg
über die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit (SEZ) Baden-Württemberg.
